Kardiovaskuläre Geschlechterforschung

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Kardiovaskuläre Geschlechterforschung

Projektleiter: Vera Regitz-Zagrosek (Forschungsschwerpunkt-, GK-, RG-    Koordinatorin), Duska Dragun (GK-, RG-Mitglied), Ulrich Kintscher (GK-, RG-Mitglied), Andreas Patzak, Pontus Persson (GK- Mitglied) Thomas Unger/       Ulrike Steckelings/ Heiko Funke-Kaiser (GK-Mitglieder)

Partner: National: Gender in Medicine (GIM) Charité, Mitglieder des Graduiertenkollegs  GK 754 und der Forschergruppe FOR 1054
International: European curriculum gender in medicine (EUGIM) Members (Karin Schenck-Gustafsson, Center on Gender in Medicine Karolinska Institute tockholm, Ineke Klinge, University of Maastricht, Netherlands; Maria Koop, Semmelweiss University Budapest, Hungary; Margarete Hochleitner, Womens Health Center of Insbruck Medical University, Austria; Flavia Franconi, Universita di Sassari, Italy, Toine Lagro Janssen, University of Njimegen , Netherlands);  Eugeneheart Gender Task members (Fred Jaisser, Paris, H. Jarry, Göttingen, Leon de Windt, Maastricht, Guido Tarone, Turin, Karin Sipido, Leuven), International Society of Gender in Medicine Boardmembers  

Geschlechtsabhängige Unterschiede in weit verbreiteten Krankheiten wie Herz- Kreislauferkrankungen, Schlaganfall, immunologische Erkrankungen etc. sind gut dokumentiert, aber die zugrundeliegende molekulare und zellulären Mechanismen sind immer noch kaum aufgeklärt. Die Hypothese der Steroidhormone als molekularer Regulatoren von geschlechtsspezifischen Krankheitserscheinungsbildern ist naheliegend, aber in vielen Fällen erst noch zu belegen. Forschergruppen des CCR, die sich für diese Thematik interessieren arbeiten zusammen mit anderen Gruppen der Charité  und des MDC (Max Delbrück Zentrums) im Forschungsschwerpunkt "Kardiovaskuläre Geschlecherforschung". Das gemeinsame Ziel ist, Sex- und Genderunterschiede in kardiovaskulären kardiometamobolischen und Nierenerkrankungen zu untersuchen und die Rolle der Geschlechtshormone genauer zu definieren. Elf Gruppen, von denen vier am CCR, eine am DHZB (Deutsches Herzzentrum Berlin) und die weiteren an der Charité und am MDC angesiedelt sind kooperieren seit 2001 mit ähnlichen Zielen im Graduiertenkolleg GK754 "Sex und Genderspezifische Mechanismen bei Myokardhypertrophie". Dieses Graduiertenkolleg war außerordentlich erfolgreich: Es wurde von 2001-2010 gefördert und hat etwa 55 medizinische, tiermedizinische und naturwissenschaftliche Doktoranden begleitet, die meisten von Ihnen haben schon mit magna oder summa cum laude promoviert. An der  Forschergruppe (DFG, FOR 1054) – "Geschlechterunterschiede bei Myokardhypertrophie" die von 2008-2011 gefördert wird, sind die CCR Gruppen von Dragun, Kintscher und Regitz Zagrosek( Koordinatorin) beteiligt. Tiermodelle sind ein geeignetes Instrument um molekulare und zelluläre Mechanismen kardiovaskulärer und cardiorenaler Erkrankungen zu analysieren und in Ihnen beobachtet man oft Geschlechterunterschiede. Drei dieser Modelle mit bekannten Geschlechterunterschieden sind am CCR etabliert: Ein Mausmodell für druckinduzierte Hypertrophie (transverse aortic banding), ein Mausmodell für salzinduzierte Hypertrophie (DOCA Salz) und ein Modell für physiologische Hypertrophie nach freiwilligem Training. Erzwungenes Training wurde als weiteres physiologisches Hypertrophiemodell etabliert. In all diesen Modellen werden geschlechtsabhängige Unterschiede und  Östrogen- sowie Androgen- vermittelte Signaltransduktion untersucht. Darüber hinaus wird in hypothesegetriebenen Ansätzen die Interaktion von geschlechtsabhängigen Unterschieden und Geschlechtshormonen in der Signaltransduktion in Kardiomyozyten untersucht und in einem systemischeren Ansatz der Einfluss von  Geschlechtshormonen auf die Genexpression und das Proteinexpressionsmuster  analysiert.

Karima Schwab und Nicolas Vignon-Zellweger aus der Gruppe von F. Theuríng arbeiten in systemischen Ansätzen an dem Einfluss von Östrogen und Phytoöstrogenen auf das Proteinexpressionsmuster.

Darüber hinaus werden Studien zu Gender Aspekten bei cardiovaskulären Erkrankungen innerhalb internationaler Kooperationen mit dem INSERM Institute Toulouse, France und der John Hopkins School of Public Health, Baltimore US durchgeführt.

Auf europäischer Ebene werden  Gender Aspekte in der Task4  des EUGENE Projekts (Konsortium aus 21 Partnern aus Forschungseinrichtungen und kleinen und mittleren Unternehmen (SMEs) aus 10 verschiedenen Ländern) untersucht.

Ein weiteres Ziel ist die Implementierung von Gender Aspekten in die medizinische Ausbildung in ganz Europa  im Rahmen des Erasmus Projektes EUGIM, in dem ein Bologna kompatibles Modul ""Gender Medicine" mit 7 europäischen Partneruniversitäten  entwickelt wird.

Auf nationaler Ebene werden  Gender Aspekte systematisch in das neue medizinische Ausbildungsprogramm an der Charité ("Modellstudiengang Medizin) implementiert, das im Oktober 2010 beginnen wird.