AG Geschlechterforschung in der kardiovaskulären Medizin

Leitung: Vera Regitz-Zagrosek

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Forschungsschwerpunkt

Die Gruppe Prof. Regitz-Zagrosek untersucht Geschlechterunterschiede in der Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen mit besonderer Beachtung von Herzhypertrophie, Herzinsuffizienz und vaskulären Mechanismen. Unsere Projekte reichen von der Grundlagenforschung und Lehre bis hin zur klinischen Forschung sowie klinischen Studien.

Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) Berlin

Das DHZK ist mit der CharitéUniversitätsmedizin Berlin, dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) und dem Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) einer von insgesamt sieben Standorten des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislaufforschung (DZHK). Die Partner haben ihre Herz-Kreislauf - und Stoffwechselforschung im Rahmen des DZHK unter dem Stichwort "Cardio Berlin" gebündelt.
Ziel des DZHK ist es, durch enge Zusammenarbeit mit der Klinik, die Ergebnisse der Grundlagenforschung schnell in die Praxis umzusetzen. Koordiniert wurde der Berliner Antrag von Prof. Vera Regitz-Zagrosek. Die AG von Prof. Vera Regitz-Zagrosek fokussiert ihre Forschung auf die Auswirkungen von Östrogen (E2) auf die Kontraktilität und die geschlechtsspezifische Regulation des Ca2+- Stoffwechsels durch E2 und dessen Rezeptoren. Das Cardio Berlin fokussiert sich auf Prävention und darüber hinaus auf die Erforschung von Geschlechterunterschieden bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dazu arbeiten Kliniker und Forscher verschiedenster Disziplinen zusammen und setzen modernste molekulargenetische Methoden und Bildgebungsverfahren sowie ganzheitliche Ansätze (Systembiologie) ein.

Forschergruppe Myokardhypertrophie (FOR 1054)

Das vordringliche Ziel der Forschergruppe "Myokardhypertrophie" (FOR 1054) ist es, die Anpassung des Herzens an mechanische Belastung in beiden Geschlechtern zu untersuchen. Dazu werden eine Reihe mechanistischer Untersuchungen an Zellkultur- und Tiermodellen durchgeführt. Dies beinhaltet Modelle für physiologische und pathologische Belastungen des Myokards, zum Beispiel Ausdauertraining und Bluthochdruck. Die Rolle von Östrogen- und Androgenrezeptoren sowie Sexualhormonen wird gezielt analysiert. Darüber hinaus untersuchen wir die Effekte von Sexualhormonen auf den Lipidstoffwechsel. In Kooperation mit verschiedenen klinischen Projekten untersuchen wir insbesondere die Reaktion des männlichen und weiblichen Myokards auf Druckbelastungen bei Erkrankungen der Aortenklappe.

Graduiertenkolleg 754

Im GK 754 "Geschlechtsspezifische Mechanismen bei Myokard-Hypertrophie" (DFG) kooperieren 12 Arbeitsgruppen der Charité, davon 8 des Center for Cardiovascular Research (CCR), und des Deutschen Herzzentrums Berlin. Es besteht aus vier eng miteinander verbundenen Modulen: 1) Tiermodelle bei Hypertrophie, 2) funktionelle Genomik und Proteomik, 3) geschlechtsspezifische molekulare Mechanismen und 4) klinische Geschlechtsaspekte bei Herz-Kreislauferkrankungen. In diesem Projekt analysiert die Arbeitsgruppe von Prof. Regitz-Zagrosek die geschlechtsspezifische Regulierung des Energiemetabolismus und seinen Einfluss auf die Herzfunktion. Darüber hinaus werden die Matrixsynthese und ihre Kontrolle durch Östrogen analysiert. Ein weiteres Ziel ist es, Transkriptionsfaktoren zu identifizieren und ihre mutmaßlichen Bindungsstellen innerhalb der Promoterregion von Matrix-Metallproteinasen (MMP-2) und anderen matrixbezogenen Genen zu charakterisieren. Aus dem GK 754, das von 2001 bis 2011 gefördert wurde, ist die Initiative "Junges CCR" entstanden. Eine neue internationale Initiative ist in Planung.

EUGeneHeart - European Integrated Project

Die Arbeitsgruppe Regitz-Zagrosek nahm an dem durch die EU geförderten Projekt EUGeneHeart teil, das sich mit dem Übergang der Herzhypertrophie zur Herzinsuffizienz befasste. Die Koordination des Tasks Nr. 4 "Geschlecht" hatte Prof. Regitz-Zagrosek inne. Es beinhaltete die Kooperation mit Forschergruppen des INSERM (Institut National de la Santé et de la Recherche Médicale) und des Karolinska Instituts bei der Untersuchung von Geschlechterunterschieden bei Myokardhypertrophie, die durch Stress, Training, Infarkt oder Druckbelastung ausgelöst wird. Dies geschah in Zellkultur- und Tiermodellen und fokussierte auf die Wirkung von Sexualhormonen.

Geschlechterunterschiede bei menschlicher Aortenstenose

Im Jahre 2006 wurde in der Schnittstelle zwischen Grundlagen- und klinischer Forschung ein DFG-Einzelprojekt (DFG-Re 662/6-1, Dwo 70/1-1) konzipiert und eingeworben, in dem es um Geschlechterunterschiede bei menschlicher Aortenstenose geht. Ein Antrag auf Verlängerung der Förderung wurde bereits eingereicht. Hier werden sowohl geschlechtsspezifische Verläufe nach Aortenklappenersatz am Patienten untersucht als auch experimentelle Untersuchungen am Tiermodell durchgeführt.

Klinische Forschung

Im Rahmen der klinischen Forschung führen wir Studien mit primär kardiologischem Fokus durch und pflegen dabei sehr enge Kollaborationen mit dem Deutschen Herzzentrum Berlin. Wir kooperieren weiterhin mit dem Kompetenznetz "Herzinsuffizienz" und bringen dabei unseren geschlechtsspezifischen Gesichtspunkt ein. Weiterhin befassen wir uns in einem vom BMBF geförderten Projekt mit der Definition des jungen Fachbereiches Gendermedizin und dessen aktuellen Standes durch das Pilotprojekt "Gender Medicine", bei dem Fachliteratur auf ihre Geschlechtsspezifik hin überprüft und systematisch analysiert wird. Leitlinien zur Behandlung von kardiovaskulären Erkrankungen während der Schwangerschaft In Jahr 2011 wurden die ersten Leitlinien mit klassifizierten Empfehlungen zur Behandlung von kardiovaskulären Erkrankungen während der Schwangerschaft unter der Koordination von Prof. Vera Regitz-Zagrosek erstellt und von der European Society of Cardiology (ESC) veröffentlicht. Schwangere Frauen mit Herzerkrankung sollten frühzeitig von einem interdisziplinären Team von Gynäkologen, Kinder- und Erwachsenen-Kardiologen und gegebenenfalls Herzchirurgen beraten und betreut werden, um die maternale und fetale Sterblichkeit so gering wie möglich zu halten. Da der einzelne Arzt nur selten mit diesen Patientinnen konfrontiert sein wird, sind solche Leitlinien von besonderer Bedeutung.

Leitlinien zur Behandlung von kardiovaskulären Erkrankungen während der Schwangerschaft

In Jahr 2011 wurden die ersten Leitlinien mit klassifizierten Empfehlungen zur Behandlung von kardiovaskulären Erkrankungen während der Schwangerschaft unter der Koordination von Prof. Vera Regitz-Zagrosek erstellt und von der European Society of Cardiology (ESC) veröffentlicht. Schwangere Frauen mit Herzerkrankung sollten frühzeitig von einem interdisziplinären Team von Gynäkologen, Kinder- und Erwachsenen-Kardiologen und gegebenenfalls Herzchirurgen beraten und betreut werden, um die maternale und fetale Sterblichkeit so gering wie möglich zu halten. Da der einzelne Arzt nur selten mit diesen Patientinnen konfrontiert sein wird, sind solche Leitlinien von besonderer Bedeutung.

Training und Lehre EUGIM

Ziel des Projektes ist die Ausbildung von international anerkannten ExpertInnen mit umfassenden Kenntnissen im Bereich der geschlechtsspezifischen Medizin und die Entwicklung eines europäischen Netzwerkes universitärer und nicht-universitärer Institutionen. Sieben europäische Universitätsprofessorinnen aus Deutschland, Italien, Österreich, Ungarn, den Niederlanden und Schweden mit ausgewiesener Expertise in der Geschlechterforschung in der Medizin entwickeln und koordinieren ein Curriculum für ein flexibles Master Modul "Gender Medicine (GM)" im Rahmen des europäischen ERASMUS Programms. Aufgrund der Vielfalt an Erkrankungen mit relevanten Geschlechterunterschieden wird dieses Modul in "basic subjects" und "additional subjects" geteilt. Der Umfang des Moduls entspricht 5 ECTS. Inhaltliche Schwerpunkte liegen in allen Teilbereichen der Medizin von der Prävention bis zur Therapie abhängig von dem aktuellen Forschungsstand zur Gendermedizin in Europa. Ein weiterer Schwerpunkt sind soziokulturelle Aspekte der einzelnen Länder. Das Modul kann innerhalb eines Bachelor- oder Masterstudienganges belegt werden oder als Weiterbildungsangebot für ÄrztInnen und medizinische Berufe mit Hochschulabschluss genutzt werden. Ein international anerkanntes Zertifikat kann erworben werden. Die Netzwerkpartner sollen Universitäten, Fachgesellschaften, die pharmazeutische Industrie, Gesundheitsministerien, fördernde Institutionen und Krankenversicherungen auf geschlechtsspezifische Aspekte aufmerksam machen. Aufmerksamkeit für Geschlechterunterschiede wird die Behandlung von Frauen und Männern verbessern und die Mortalität sowie unerwünschte Nebenwirkungen der Pharmakotherapie senken. Weiterhin, werden die Kenntnisse auch an Laien vermittelt werden. All dies wird die Modernisierung der medizinischen Ausbildung fördern und zur Harmonisierung der europäischen biomedizinischen Studiengänge beitragen.

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